Nahezu jeder Deutsche träumt von einem eigenen Haus. Die wenigsten Menschen allerdings besitzen genügend Geld, um den Hausbau komplett aus eigenen Mitteln zu finanzieren. In diesem Fällen ist eine Baufinanzierung die Lösung. Oft ist es jedoch so, dass sich uniformierte Bauherren voreilig für eine bestimmte Form der Baufinanzierung, beispielsweise über eine Lebensversicherung, entscheiden. Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen sollte eine Baufinanzierung eigentlich kein Problem sein. Die meisten Geldinstitute, die Baufinanzierungen vergeben, bestehen auf eine Absicherung durch eine Lebensversicherung. Für einen Verbraucher allerdings, der sich zu einer Baufinanzierung über eine Lebensversicherung entscheidet, geht die Rechnung am Ende nicht auf: Anstatt die Baufinanzierung am Ende der Laufzeit tilgen zu können, erweist sich eine riesige Lücke. Für die Betroffenen bedeutet dies, dass sie auf einem Schuldenberg sitzen.

Wie funktioniert die Baufinanzierung über eine Lebensversicherung?

Eine Lebensversicherung kann ein sinnvoller Bestandteil eines Baudarlehens sein. Bei dieser Form der Baufinanzierung werden während der Laufzeit nur die Darlehenszinsen getilgt. Die Darlehenssumme selbst wird mit der ausgezahlten Summe aus der Lebensversicherung nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit in einer Summe zurückgezahlt. Für Hausbesitzer, die ihre Immobilie selbst bewohnen wollen, ist diese Form der Baufinanzierung in der heutigen Zeit unattraktiv und risikoreich geworden: Lediglich Verbraucher, die ihr Kapital in Immobilen anlegen wollen, können von einer Steuerersparnis profitieren. Obwohl es für viele künftige Bauherren verlockend ist, die monatliche Tilgungssumme durch die Baufinanzierung über eine Lebensversicherung niedriger zu halten, sollten künftige Immobilieneigentümer lieber die Finger davon lassen. Für neu abgeschlossene Verträge wurden die Steuersparmöglichkeiten auf ein Minimum reduziert. Nur mit einer Lebensversicherungspolice, die vor dem Stichtag 31.12.2004 abgeschlossen wurde, kann eine Baufinanzierung über eine Lebensversicherung rentabel sein. In diesem Fall bleiben die Erträge aus der Lebensversicherung steuerfrei.

Welche Risiken bestehen bei der Baufinanzierung über eine Lebensversicherung?

Die Baufinanzierung über eine Lebensversicherung zahlt sich nur aus, wenn die Police am Ende der Laufzeit ertragreich ist. Aktuell werden Lebensversicherungen aufgrund der Niedrigzinsen jedoch nur mit maximal 1,25 Prozent verzinst. Die zugesicherten Renditen sind deshalb meistens nur auf dem Papier vorhanden. Stattdessen werden die erzielten Überschüsse von Jahr zu Jahr weniger. Sogar die Minimalversicherung, die der Versicherer garantiert, ist so gering, dass es nicht möglich ist, eine Summe anzusparen, mit der eine Baufinanzierung getilgt werden kann. Falls beim Abschluss der Lebensversicherung noch zusätzlich eine Provision bezahlt werden muss, kann es sein, dass dadurch die Zinsen aufgezehrt werden. Bei Anhalten des Zinstiefs muss damit gerechnet werden, dass eine Lebensversicherung keinen Gewinn mehr abwirft. Dies bedeutet, dass der Versicherte bei Tilgung seines Baudarlehens einen hohen Betrag zuzahlen muss. Die besonders Bauzinsen in Höhe von aktuell nur 2,35 Prozent gestattet es, auch ohne Lebensversicherung den Traum vom Eigenheim durch eine seriöse Baufinanzierung ohne Abschluss einer Lebensversicherung zu verwirklichen.